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Verfahren gegen Phoenix Kapitaldienst GmbH

Für die Mandanten der Kanzlei konnten bereits in der Vergangenheit in zahlreichen Fällen sehr erfreuliche Urteile erstritten werden. Nachdem die Finanzaufsicht (BaFin) gegen Phoenix eingeschritten ist, sehen wir zudem in allen laufenden Fällen sehr interessante Anknüpfungspunkte für eine erfolgreiche weitere Rechtsverfolgung.

Nach dem Vorgehen der BaFin gegen Phoenix ist neben den bereits laufenden Verfahren eine Sammelklage in Vorbereitung.

Den weiterführenden Artikel der Süddeutschen Zeitung, dort des Redakteurs Martin Hesse, mit der beinhalteten Stellungnahme des RA Dr. Werner A. Meier finden Sie bitte nachstehend:

Skandal um Phoenix Kapitaldienst zieht Kreise

Schwere Vorwürfe gegen Finanzaufsicht

Anwälte wiesen seit den neunziger Jahren auf dubiose Praktiken hin / Anlegerschützer vermuten Schneeballsystem.

In dem Skandal um Phoenix Kapitaldienst erheben Anlegerschützer und Branchenkenner schwere Vorwürfe. Demnach sollen die Unregelmäßigkeiten nicht das Werk eines einzelnen Händlers sein. Vielmehr stecke dahinter ein Schneeballsystem. Anwälte kritisieren, die Finanzaufsicht Bafin habe zu spät reagiert.

Von Martin Hesse

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte vergangenen Donnerstag die Konten der Firma Phoenix Kapitaldienst gesperrt und dem Anbieter den weiteren Geschäftsbetrieb untersagt (SZ vom 12. März). Laut Bafin gab es Unklarheiten über den Verbleib von Treuhandgeld. Ein Vorstandsmitglied von Phoenix bezifferte die möglichen Verluste für bis 30000 Anleger mit 600 Millionen Euro. Nach Darstellung des Vorstands besteht der Verdacht, dass der Chefhändler von Phoenix Kontounterlagen gefälscht hat, um Verluste zu vertuschen. Der Vorstand erstattete Strafanzeige gegen den Mann. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, sie habe Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen einen Angestellten von Phoenix aufgenommen. Anlegerschützer und Brancheninsider halten es jedoch für wahrscheinlich, dass die Verluste bei Phoenix nicht die Folge von Fehlspekulationen eines einzelnen Händlers sind. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass Phoenix von Anfang an ein betrügerisches Schneeballsystem betrieben hat, sagte Markus Straub, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

Unrealistische Renditen

Werner Meier von der Münchner Kanzlei Marzillier, Dr. Meier, wirft der Bafin vor, die Geschäfte von Phoenix zu spät unterbunden zu haben: Es ist verwunderlich, dass die Aufsicht nicht viel früher eingegriffen hat. So warnte die Stiftung Warentest im Dezember 2002, Phoenix kassiere für die Vermittlung von Termingeschäften Gebühren von mehr als 50 Prozent. Es ist offensichtlich, dass man bei derart hohen Gebühren keine Gewinne erzielen kann, kritisiert Anwalt Meier, der nach eigener Aussage bereits seit 1992 erfolgreiche Klagen für Phoenix-Geschädigte geführt und die Bafin darauf hingewiesen hat. Bei der Bafin war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu dem Vorwurf zu erhalten. Bei den von Phoenix Kapitaldienst angebotenen Produkten handelt es sich um so genannte Managed Accounts. Dabei verwaltet ein Manager im Auftrag des Kunden auf einem separaten Konto angelegtes Geld und setzt dabei bestimmte Handelsstrategien ein. Diese Form der Anlage ist unter Hedge-Fonds verbreitet, die als spekulativ gelten, aber sehr unterschiedliche Strategien einsetzen. Phoenix trat nach Aussagen eines Branchenkenners als Verkäufer von Optionen auf und kassierte dafür Prämien. Damit schloss die Firma im Prinzip Wetten mit Kunden auf steigende oder fallende Kurse ab.

Es kann nicht sein, dass die Firma mit dieser Strategie wie angegeben jährlich mehr als elf Prozent Gewinn macht, bei maximalen Verlusten von zwei Prozent, sagt ein Hedge-Fonds-Experte. Auch er hält ein Schneeballsystem für wahrscheinlicher. Demnach hätte Phoenix Ausschüttungen an Kunden aus den Einzahlungen von Neukunden finanziert. Als nicht mehr ausreichend neues Geld eingezahlt worden sei, hätten die Ansprüche von Anlegern nicht mehr bedient werden können, vermutet SdK-Vorstand Straub. Rechtsanwalt Meier hält es für wahrscheinlich, dass Phoenix nicht in dem vorgegebenen Umfang Termingeschäfte getätigt hat. Das war möglich, weil das eingenommene Geld auf einem Omnibus-Konto bei dem Broker Man Financial gesammelt wurde, erklärt Meier. Die Quittung für ein einziges Geschäft habe demnach beliebig vervielfacht und an Kunden als Beleg verschickt werden können. Normalerweise erhalten Kunden von Managed Accounts Rechenschaft darüber, was mit ihrem Geld geschieht. Bei Phoenix zahlten die Kunden ihr Geld jedoch offenbar über Treuhänder ein, so dass Einzelanleger nicht kontrollieren konnten, wo das Kapital landete. Die Hedge-Fonds-Branche sieht denn auch in dem Fall Phoenix keinen Beleg für mangelnde Transparenz von Hedge-Fonds im allgemeinen. Der Bundesverband Alternative Investments (BVAI) hat den vor einiger Zeit gestellten Antrag von Phoenix auf Mitgliedschaft wegen mangelnder Transparenz abgelehnt, sagt Michael Busack, Vorstandsmitglied beim BVAI. Anwalt Meier stellt jedoch die Frage, welche Mitverantwortung der weltgrößte Hedge-Fonds-Anbieter Man, der über die Tochter Man Financial als Broker für Phoenix agierte, für den Skandal trägt. Bereits im April 2002 sei ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes ergangen, in dem das Sammelkonto, das Phoenix Kapitaldienst bei Man Financial in London unterhielt, für illegal erklärt wurde. Die Bundesrichter hätten damals geurteilt, dass ein solches Konto durch seine Intransparenz Manipulationsmöglichkeiten Tür und Tor öffnet und gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstößt. Zudem sei Man Financial in der Vergangenheit mehrfach verurteilt worden, weil es nach deutschem Recht sittenwidrige Geschäfte mit Anbietern des grauen Kapitalmarktes gemacht habe. Phoenix vertreibt ihr Produkt unter anderem über die Vertriebe Proindex, FMK Finanz-Center und Hedgefonds24.de. Man Financial weist jede Mitschuld in dem Fall von sich. Nach gründlicher Untersuchung stellen wir fest, dass es bei Man Financial keinerlei Betrug oder Missmanagement gegeben hat und dass diese Punkte allein Phoenix betreffen, sagte ein Sprecher von Man.

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